Der schottische Dudelsack – The Great Highland Bagpipe
In Europa gab und
gibt es verschiedene Rohrblatt-Instrumente, wie z. B. die Schäferpfeife, das Hümmelchen, die Magdeburger Pfeife, den Bömischen Bock oder die Smallpipe.
Die Great Highland Bagpipe (GHB), auch 'Große Hochland Sackpfeife’ oder
schottischer Dudelsack genannt, wurde weltweit vor allem durch das Auftreten
schottischer Regimenter bekannt. Auswanderer trugen das Instrument und Können
schließlich bis
nach Australien, Neuseeland, Kanada und in die USA. Neben
Schottland sind auch in diesen Ländern derzeit die besten Piper zu finden.
Die
Great Highland Bagpipe ist im wesentlichen aus den drei Drones, der Blowpipe und dem Chanter,
welche zusammen in einen
Bag eingebunden sind, aufgebaut. Über die Blowpipe
(Blasrohr) bläst der Spieler den Bag (Sack) auf. Die Vorstellung, daß dieser
Luftvorrat für ein ganzes Lied reicht, ist illusorisch. Jeder Spieler wird
über kurz oder lang mit der Tatsache konfrontiert, daß die Luft scheinbar
schneller entweicht als wie sie eingeblasen werden kann. Die drei Bordunen,
mittels einer Kordel oder Band miteinander verbunden und über die Schulter
gelegt, erzeugen den typischen brummenden Dauerton der GHB. Die beiden kurzen
Drones sind die Tenor's, die längere Drone der Bass. Mit
dem Arm versucht der Spieler einen möglichst gleichmäßigen (Luft-)Druck
auf den Bag zu geben.
Auf dem Chanter wird die Melodie gespielt. Das Chanter-Reed ist ein Doppelrohrblatt, ähnlich dem der Oboe. Bedingt durch den Dauerton ist der Spieler zur Akzentuierung seiner Melodie 'gezwungen', Verzierungen, sogenannte Gracenotes, zu setzen. Diese sehr kurzen Noten oder Notengruppen werden zwischen den eigentlichen Melodienoten gespielt und haben schon manchen Anfänger an den Rand der Verzweiflung getrieben. Das Nichtspielen dieser Gracenotes ist verpönt. Sie sind wesentlich für das typische Klangbild der GHB.
Die Fingerübungen, Gracenotes und Lieder werden zuerst auf dem Practice-Chanter, einer sehr leisen Übungspfeife, erlernt. Dieses Instrument ist im Prinzip die verkleinerte Ausführung des Pipe-Chanters ohne Bag und Bordunen. Der Practice-Chanter wird im übrigen den Spieler ein Leben lang begleiten. Zu dem sind die Anfangsinvestitionen sehr gering und erlauben so dem Interessenten ohne großen Verlust herauszufinden, ob ihm das Pipen Freude bereitet.
An dieser Stelle sei vor billigen Importen aus Web-Auktionen oder Musikhäusern gewarnt. Diese sogenannten Pakistani kommen meist aus selbigem Lande und das einzig attraktive an ihnen ist der Preis. Spielbar mit dem nötigen Respekt, wie es sich für eine Great Highland Bagpipe gehört sind sie nicht. Vor dem Kauf einer GHB sollten Sie sich also bei einem 'Piper Ihres Vertrauens' erkundigen.
Wir spielen auf Instrumenten von Jack Dunbar aus Kanada sowie Nail, Shepherd & Fletcher aus Schottland.
Die Piper werden von den Bass-, Tenor- & Sidedrummern begleitet.
Der Bassdrummer gibt als 'Metronom' das Tempo und den Rhythmus vor. Mit seinen kräftigen Schlägen signalisiert er den Anfang und das Ende eines Sets. Er orientiert sich dabei an den Vorgaben des Pipemajors.
Der Side- bzw. Snaredrummer spielt auf der am härtesten gespannten Trommel der Welt. Ein kräftiger Schlag mit den hölzernen Sticks gleicht einem Pistolenschuß. Die meist äußerst komplizierten Rhythmen werden teilweise gegen die Melodie gespielt.
Der Tenordrummer ergänzt den Bass- & Sidedrummer. Er dreht dabei seine Beater gekonnt durch die Luft und bietet somit eindrucksvolle Akrobatik für des Zuschauers Auge.
Erst durch das perfekte Zusammenspiel von Pipern und Drummern erlangt eine Band einen vollen Klang.